Chronik - Stammersdorf

Das Gebiet Stammersdorf wurde bereits in der Eiszeit von verschiedenen Völkern besiedelt. Im ersten Jahrtausend zogen dann verschiedene Völker wie zum Beispiel Germanen, Römer, Langobarden und Hunnen durch das Land. Ungefähr 1000 n.Chr. wurde das heutige Stammersdorf zu einer fränkischen Siedlung. Es wird angenommen, dass Stammersdorf zu dieser Zeit gegründet wurde. Das Land erhielt damals verschiedene Namen wie Staemerstorf, Stenmarsdorf, Staemlesdorf, Steinmarsdorf, Stoumarsdorf, Stamleinsdorf.

Zwischen dem 15. und 19. Jahrhundert wurde Stammersdorf von Ungarn, Türken und anderen Völkern verwüstet. Die Bevölkerung des Ortes wurde von verschiedenen Seuchen, Pocken- und Pestepidemien heimgesucht, sodass fast ganz Stammersdorf ausgerottet wurde.

In den Kriegszeiten spielte Stammersdorf oft eine bedeutende Rolle. Viele Truppen marschierten hier im 30 jährigem Krieg, bei der Türkenbelagerung Wiens, in den Napoleonischen Kriege oder im Krieg von 1866 auf. 1914 wurde dann der Bisamberg zur Festung ausgebaut, um die Angreifer aus dem Norden abzuhalten.

Erstmals 1923 wurden in Stammersdorf Stromleitungen verlegt. Fünf Jahre darauf wurde Stammersdorf zur Marktgemeinde und 1938 wurde der Ort Teil des Wiener Bezirks Floridsdorf.

Im zweitem Weltkrieg wurden einige militärische Einheiten, wie zum Beispiel das Fliegerausbildungsregiment 43 nach Stammersdorf verlegt. Nur durch ein Notstromaggregat, das heute noch besteht, haben die Bewohner Stammersdorf den Ansturm der Roten Armee auf die große Sendeanlage am Bisamberg überstanden.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde Stammersdorf zunächst durch den Stellwagen, später durch die Dampftramway zu einem der beliebtesten Ausflugsorte.

Der Ortskern von Stammersdorf wurde zur geschützten Zone. Somit wird das Aussehen der alten Häuser bewahrt, damit die zahlreichen Erinnerungen des Dorfes niemals verloren gehen.